Ayahuasca

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Psychedelische Visualiserung eines Ayahuasca Trips

Ayahuasca ist ein psychedelisch, psychoaktiv, visionär wirkender Pflanzensud aus der Liane Banisteriopsis caapi und N,N-Dimethyltryptamin-haltigen Blättern des Kaffeestrauchgewächses Psychotria viridis. In manchen Fällen ist mit der Bezeichnung Ayahuasca auch nur die Liane Banisteriopsis caapi gemeint. Der Sud enthält Harman-Alkaloide, die als Monoaminooxidase-Hemmer wirken und so den Abbau des Halluzinogens N,N-Dimethyltryptamin (DMT) verlangsamen. Die Angehörigen diverser Amazonas-Stämme gebrauchen Ayahuasca in rituellen religiösen Zeremonien, um sich in einen Trance-Zustand zu versetzen. Der Gebrauch ist im amazonischen Brasilien, Bolivien, Peru, im Orinocodelta von Venezuela bis an die Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador verbreitet. Zudem sind im 20. Jahrhundert in Brasilien diverse Ayahuasca-Religionen entstanden, darunter União do Vegetal, Barquinha und Santo Daime, die in den Städten von der Mittelschicht frequentiert werden und inzwischen auch international präsent sind. Der religiöse Gebrauch ist nicht nur in Brasilien rechtlich garantiert, er wurde auch am 21. Februar 2006 in den USA durch eine Entscheidung des Supreme Court infolge des Prozesses „Gonzales v. O Centro Espirita Beneficente Uniao do Vegetal“ legalisiert.

Synonyme[Bearbeiten]

Ayahuasca ist unter folgenden Namen bekannt:

Ambihuasca, Ambiwáska, Ayahuasca (Quetschua »Ranke der Seelen«) Ayawáska, Biaxíi, Cají, Caapi, Calawaya, Camaramti (Shipibo), Chahua (Shipibo), Cipó, Daime, Dapa, Dapá, Djungle Tea, Djunglehuasca, Doctor, Dschungel-Ambrosia, El remedio (Spanisch »das Heilmittel«), Hoasca, Honi, Iyaona (Zapara), Kaapi, Kahi, Kahpi, La droga (Spanisch »die Droge«), La purga (Spanisch »das Reinigende«), La soga, Masha (Shipibo), Metí, Mihi, Mii (Huaorani), Moca jene (Shipibo »bittere Brühe«), Muka dau (Cashinahua »bittere Medizin«), Natem (Achuar), Natema, Natemá, Natemä, Nepe, Nepi, Nichi cubin (Shipibo »gekochte Liane«), Nishi sheati (Shipibo »Lianengetränk«), Nixi Honi, Nixi paé, Notema, Ohoasca, Ondi (Yaminahua), Pilde, Pildé, Pinde, Pindé, Rao (Shipibo »Medizinalpflanze«), Remedio, Sachahuasca, Santo Daime, The brew, Uni (Conibo), Vegetal (Brasilianisch »Gemüse«), Yagé, Yajé, Yaxé

Geschmack[Bearbeiten]

Ayahuasca ist, je nach Zubereitung, ein faulig-bitter oder süßlich schmeckendes Getränk. Die Farbe ist üblicherweise bräunlich, was sich aber durch beigemischte Zutaten verändern kann. Der Trank ist ein wässriger Auszug aus der Liane Banisteriopsis caapi unter Zugabe von DMT-haltigen Pflanzen. Typische pflanzliche Beimischungen sind Psychotria viridis (Chacruna), Psychotria carthagenensis und Diplopterys cabrerana (Chaliponga).

Kultur[Bearbeiten]

Die indigenen Völker des Amazonasbeckens und Mestizos ("Mischlinge") gebrauchen Ayahuasca in rituellen und religiösen Zeremonien (Schamanismus), um in einen qualitativ veränderten Wachbewußtseinszustand zu geraten. Sie glauben unter anderem, dadurch Geister und Ahnen zu treffen, in die Zukunft zu blicken oder Lösungen und Heilwege für Krankheiten und psychosoziale Konfliktlagen zu finden.

Schamanismus[Bearbeiten]

Durch das Trinken des Tees, gesungene Gebete und gemeinschaftliche rituelle Tänze wird ein qualitativ veränderter Wachbewußtseinszustand erzeugt, der die Wahrnehmung der spirituellen Realität ermöglichen soll.

Wirkung[Bearbeiten]

Typischerweise stellen sich nach dem Konsum des bitteren Gebräus psychedelische Zustände ein. Der Bewegungsapparat bleibt meist kontrolliert, jedoch kann die bewusste Motorik eingeschränkt sein. Ayahuasca bewirkt unter anderem Visionen und eine subjektive Erweiterung des Bewusstseins sowie ein verschärftes Gehör.

Die Reaktionen während Ayahuasca-Zeremonien rangierten zwischen dem tiefen Zustand der Ruhe und gequältem Schreien um Vergebung.

Weiterführende Informationen[Bearbeiten]