Trance

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Trance (engl.: tɹæns; lat. transire hinübergehen, überschreiten) ist ein elektronisches Musikgenre, die sich bis Anfang der 1990er Jahre geformt hat und sich nach den harmonisch entsprechenden Akkorden und Melodien richtet. Gemeint sind hier insbesondere lange beruhigende und atmosphärische Klangteppiche. Prinzipiell ist Trance eng mit Ambient verwandt, jedoch meist rhythmusorientierter und tanzbarer. In der Regel befindet sich der Tempobereich bei 128–140 Schlägen pro Minute.

Der Grundrhythmus steht im Vier-Viertel-Takt, in der Regel wird jedes Viertel durch eine Bassdrum betont. Ergänzende Elemente sind Hi-Hats (off-beat) und Snares/Handclaps (meist auf den Zählzeiten 2 und 4). Im Gegensatz zu Techno folgen Trance-Produktionen der Harmonik.

In einem langen Zeitraum von 2008 bis 2012 wurde Trance als populärste Elektronische Tanzmusik von EDM abgelöst. Ursprünglich vereinheitlichte der EDM-Begriff noch alle elektronischen Musikstile, wurde dieser von der amerikanischen Musikindustrie als eine eigene Musikrichtung geformt. Sinnbildlich hierfür steht David Guetta, der 2008 erstmals eine Top-5-Platzierung bei DJ MAG erreichte, sich jedes Jahr verbesserte und schließlich im Jahre 2011 (erstmals seit 1997) ein Nicht-Trance-DJ an der Spitze landete.

Acid Trance[Bearbeiten]

Acid Trance bezeichnet eine Kreuzung zwischen Acid Techno und Trance, die sich teilweise auch mit Hard Trance überschneidet. Verbreitet war diese Unterform von Techno vor allem in den Jahren 1993 und 1994. Schnelle, Sechzehntel-betonte Sequenzen des Roland TB-303 wurden mit sanften und warmen Synthesizer-Flächen, manchmal auch Melodien verbunden. Das Tempo kann beim Acid Trance variieren.

Balearic Trance[Bearbeiten]

Balearic Trance hat seinen Ursprung auf den Balearen (hauptsächlich Ibiza). Er weist deswegen auch Ähnlichkeiten mit Ibiza House (Balearic House) auf. Balearic Trance ist ziemlich ruhiger Trance und liegt in der Regel bei 128–130 BPM. Er spielt auf das dortige schöne Wetter, das Meer und schöne Sonnenuntergänge an. Ein typisches Merkmal von Balearic Trance sind akustische Gitarren, Xylophone, Percussion (Trommeln), Meer- und Tiergeräusche.

Deep Trance[Bearbeiten]

Deep Trance ist die verlangsamte Form von Progressive Trance und findet sich im Tempobereich zwischen 110 und 120 BPM wieder. Es steht in enger Verwandtschaft mit dem Downtempo.

Hard Trance[Bearbeiten]

Hard Trance bezeichnet eine „härtere“ und (oft) schnellere Unterart des Musikstils Trance mit Einflüssen aus Hardcore Techno und des Öfteren auch Acid Techno. Der härtere Eindruck entsteht durch eine dominierendere Bassline und aggressiveren Melodie-Elementen sowie einer anderen Wahl der Töne (Instrumente) z. B. 303-Acid-Lines (dann zum Teil eng verwandt mit Acid Trance) und häufigeren Einsatz von Verzerrer-Effekten (Hoover Sound). Obwohl beim Hard Trance härtere Klänge und mechanische Rhythmen zum Einsatz kommen, kann Hard Trance im Gegensatz zu Progressive Trance und Tech-Trance zu den melodie-orientierten Trance-Stilen gezählt werden.

Pizzicato Trance[Bearbeiten]

Pizzicato-Trance [pitːsiˈkaːto-] ist ein kommerzieller Ableger der Trance-Musik, der Ende der 90er Jahre kurzzeitig erfolgreich war.

Hauptmerkmal des Genres ist die konsequente Verwendung des elektronischen Pizzicato-Streicher-Sounds, der sowohl als Lead- als auch als Rhythmus-„Instrument“ genutzt wird. Die Struktur der Tracks ist meist sehr simpel und von einem einfachen Bass-Schema unterlegt.

Progressive Trance[Bearbeiten]

Progressive Trance steht für „fortschreitenden“, „aufbauenden“ Trance. Damit ist der typische, sukzessive Aufbau der Kompositionen gemeint, der sich meist über mehrere Minuten erstreckt und stark im Gegensatz zur klassischen Strophe-Refrain-Struktur steht, die man auch oft bei Trance antrifft. Der Tempobereich liegt bei 128–134 BPM. Diese Musikart charakterisiert weiterhin ein gewisses Maß an Innovation. Die Tracks sind meist minimalistischer ausgeprägt, vor allem aber sind sie gekennzeichnet durch eine feinere Ausarbeitung und mehr Detail. Die Tonwahl orientiert sich an der Harmonik, vermittelt aber kaum klassische Melodien wie bei „traditionellem“ Trance.

In der Goaszene wird der Ausdruck unter „Progressive Psytrance“ ebenfalls benutzt, für minimalistischen, sich progressiv aufbauenden Psytrance mit eher hüpfenden Basslines und einem deutlich minimalistischeren Arrangement und oft flächigen oder knarzenden Sounds bei 136–143 BPM.

Stiltypische Interpreten:

Psytrance[Bearbeiten]

Psytrance ist eine Weiterentwicklung des Goatrance mit moderneren Produktionsmitteln, der Bass kickt heftiger und ist voluminöser und rollender. Psytrance baut auf schnellen Sechzehntel-Mustern auf. Schneller Psytrance wird Full On Psytrance oder kurz Full On genannt. Man unterscheidet auch zwischen Morningpsytrance, Upliftingpsytrance, und Darkpsy. Darkpsychedelictrance ist sehr düster, hart und schnell, er kommt auf 145–160 Schläge pro Minute. Progressive Trance wird in der Goaszene für progressiv aufgebauten, minimalistischeren Psytrance verwendet. Der Unterschied zwischen schnellem Progressive und Psytrance besteht darin, dass der Basslauf von Psytrance energischer ist und Progressive niemals sehr viele Melodien und Tonspuren nebeneinander aufweist.

Tech Trance[Bearbeiten]

Tech Trance wird oftmals mit Uplifting Trance verwechselt. Beide Genres bewegen sich in der Regel im selben engen Tempobereich um 138–140 BPM. Im Gegensatz zum Uplifting klingt Tech Trance allerdings härter, perkussiver, rhythmusbetonter, elektronischer, komplexer und weniger sphärisch. Seine Verwandtschaft zu den oft monotonen Techno-Richtungen wie Progressive Techno, Schranz oder Detroit Techno ist jedoch bestreitbar. Tech-Trance lebt weniger von Melodielinien als vielmehr von aufwendigen Rhythmus-Arrangements und ausgeklügeltem Sound-Design. Heimat des Tech-Trance sind die Clubs, auf großen Raves und im Radio wird dieser Stil so gut wie nie gespielt.

Uplifting Trance[Bearbeiten]

Uplifting Trance wird heute im Allgemeinen oft als Trance bezeichnet. Es beinhaltet weitere Unterkategorien wie Epic Trance, Orchestral Trance sowie Dutch Trance, der Ende 1990er den Hardcore Techno und Gabber in den Niederlanden als populärste Richtung bei der elektronischen Tanzmusik ablöste. Bezeichnende Merkmale sind eine relativ komplexe prägnante Melodie, energievolle Sounds und rollende Basslines sowie um die 138–140 BPM. Häufig wird diese Form des Trance auch in traditioneller Songstruktur gehalten, wobei derartige Stücke gelegentlich explizit als „Hymnen“ für Veranstaltungen komponiert wurden.